H1N1 - ein alter
Bekannter
Das
H1N1-Virus, das in einer Subform derzeit als Schweinegrippe weltweit
grassiert, ist für Virologen kein Unbekannter. Bereits 1920 starben
Millionen Menschen an dem als Spanische Grippe bezeichneten
Influenzavirus. Seit den 70ern kehrt das H1N1-Virus als saisonale
Grippe immer wieder zurück. Forscher stellten nun fest, dass das
aktuelle Schweinegrippevirus diesen älteren Grippestämmen sehr
ähnlich ist. Das führt dazu, dass Teile der Bevölkerung weniger
gefährdet sind.
Schutz durch alte
Infektionen
Das H1N1-Virus war 20 Jahre
lang unter Menschen verschwunden. Das H1N1-Virus, an dem derzeit
weltweit Millionen Menschen erkrankt sind, befällt nicht alle
Menschen gleichermaßen. So zeigen internationale Zahlen, dass Kinder
und Jugendliche viel häufiger an der Schweinegrippe erkranken als
ältere Personen.
Eine Forschergruppe aus den
USA fand heraus, warum manche Menschen besser gegen die Infektion
geschützt sind. Demnach ähnelt das Virus Grippestämmen, die in der
Vergangenheit schon grassierten. Ältere Menschen konnten so bereits
eine Immunabwehr aufbauen.
Virusstrukturen entschlüsselt
Wie das Magazin "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften
(PNAS) berichtete, verglich Bjoern Peters vom La Jolla Institute for
Allergy and Immunology (LIAI) in Kalifornien (USA) mit seiner
Forschungsgruppe die dreidimensionalen Strukturen an der
Virusoberfläche, Epitope, die das menschliche Immunsystem zur
Bildung von Antikörpern anregen. Die Forscher fanden insgesamt 49
Prozent der bisher bekannten Grippeepitope auch im
Schweinegrippevirus. Je nach Art des Oberflächenmerkmals gab es
allerdings große Unterschiede: Während nur 17 Prozent der
B-Zellen-Epitope des Schweinegrippevirus jenen bekannter Grippeviren
gleichen und daher vom menschlichen Immunsystem erkannt werden, sind
immerhin 69 Prozent der T-Zellen-Epitope der Schweinegrippe bereits
bekannt.
Ältere
Menschen bauten Schutz auf
Daraus schließen Peters und seine Kollegen, dass zwar nur
geringer Schutz gegen eine Infektion mit der Schweinegrippe besteht,
die Krankheit allerdings einen vergleichsweise milden Verlauf nimmt.
Auch der Umstand, dass von der neuen H1N1-Influenza deutlich mehr
jüngere Menschen betroffen sind, wird von den Forschern als
zusätzlicher Beleg für ihre Theorie herangezogen. Denn Kinder hatten
bisher noch keine Möglichkeit, gegen Grippeviren einen Immunschutz
aufzubauen.
Millionen Grippetote durch H1N1
Varianten des heute bekannten Schweinegrippevirus traten in der
Vergangenheit immer wieder auf. So starben zwischen 1918 und 1920
schätzungsweise 50 Millionen Menschen an der Spanischen Grippe,
einem H1N1-Subtyp. Doch 1957 verschwand der H1N1-Typ und wurde durch
die H2N2-Variante ersetzt. Dadurch wurde klar, dass diese beiden
Virusvarianten nicht nebeneinander existieren können.
Virus
nach 20 Jahren wiederaufgetaucht
Doch Viren können sich laut den Studienautoren auch "recyceln".
So tauchte 20 Jahre nach der Asiatischen Grippe Ende der 70er erneut
der Subtyp des H1N1-Virus auf. Es war bis 1977 besonders in Russland
und China verbreitet. Seit damals kommt der H1N1-Subtyp immer wieder
als saisonale Grippe bis nach Europa.
Die Sterblichkeitsrate ist
bei diesem Grippetyp aber eher gering. Und auch der genetische Code
der H1N1-Viren verändert sich immer langsamer. Damit muss auch der
Impfstoff immer seltener geändert werden.
Impfen
schützt
Wer also bereits gegen die saisonale Grippe geimpft wurde, hat
auch bei der Schweinegrippe eine deutlich geringere
Ansteckungsgefahr. In Mexiko, wo die Schweinegrippe bereits im
Frühling ihren Höhepunkt erreicht hatte, zeigte sich, dass die Rate
der Infektionen unter Menschen, die sich gegen die saisonale
Influenza impfen hatten lassen, um rund 35 Prozent geringer war.
Was gilt es bei der
Heimpflege zu beachten:
- Patientinnen, Patienten und Pflegepersonen sollen die Wohnung
möglichst nicht verlassen.
- Besuche sollen auf das zur Versorgung notwendige Mindestmaß
beschränkt werden.
- Schwangere, Säuglinge, immunabwehrgeschwächte, chronisch kranke
und alte Menschen sollen sich nicht in der Wohnung der erkrankten
Person aufhalten.
- Für die Pflege der erkrankten Person ist am Besten eine einzelne
Person auszuwählen
- Die kranke Person soll das Zimmer möglichst wenig verlassen und in
diesem Raum auch die Mahlzeiten einnehmen.
- Nach den Mahlzeiten sollen die benutzten Gegenstände (Teller,
Messer, Gabel, Löffel, etc.) rasch gereinigt werden (warmes Wasser
und Spülmittel oder Geschirrspüler).
- Die Räume sollen regelmäßig gelüftet und gereinigt werden.
- Die Sanitäranlagen sollen nach der Benutzung gereinigt werden.
- Die Wäsche soll regelmäßig gewechselt und normal gewaschen werden.
- Es sollen Einmaltaschentücher verwendet werden.
- Diese Taschentücher sollen in dicht schließenden Plastiksäcken
gesammelt und gut verschlossen mit dem Hausmüll entsorgt werden.
- Meiden Sie bei der Pflege der kranken Person direkte Berührungen
der eigenen Augen, der Nase und des Mundes.
- Reinigen Sie nach jeder Berührung der erkrankten Person Ihre Hände
mit Wasser und Seife oder verwenden Sie ein Händedesinfektionsmittel
- Messen Sie mindestens einmal täglich sowie bei Anzeichen eines
Fieberanstieges die eigene Körpertemperatur.
- Reduzieren Sie ab dem Zeitpunkt der Aufnahme der Pflegetätigkeit
möglichst sofort den Kontakt zu anderen, vor allem zu besonders
krankheitsanfälligen und empfindlichen Menschen (das sind z.B.
Schwangere, Säuglinge, pflegebedürftige Personen, Personen mit
geschwächter Abwehr, Ältere, chronisch Kranke und Kinder).