Fauna und Flora

in Alberndorf

Ortspezifische Naturkunde  in und rund um Alberndorf

 

In Alberndorf und im übrigen Pulkautal gibt es eine, im mitteleuropäischen Raum, schon sehr seltene Graslandkultur.

 

Der Trockenrasen

 

Trockenrasen zählen zu den artenreichsten Lebensräumen Mitteleuropas. Sie sind ein Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten, von denen viele ausschließlich in diesem Biotoptyp vorkommen. Unter den charakteristischen Tierarten befinden sich zahlreiche auffällige Insekten wie beeindruckend gefärbte Schmetterlinge oder seltsam anmutende Gesellen wie Ameisenlöwe, Nasenschrecke oder Gottesanbeterin. Die prächtige Smaragdeidechse als Vertreterin der Kriechtiere ist hier ebenso heimisch wie die flinken Ziesel, die ihre Baue in Hänge und Böschungen bauen. Unter den Pflanzen bestechen etliche Orchideenarten mit ihren wunderschönen Blüten, wie z.B. das Helm- und das Brandknabenkraut. Verschiedene Ragwurzarten imitieren, in Blütenform und Geruch, verschiedene Insekten, um so die Bestäubung ihrer Blüten zu garantieren, unter ihnen z.B. die Spinnen- oder die Fliegenragwurz. 

 

Auch der prächtige Frauenschuh lockt mit seinen großen Blüten Insekten an, welche die Pflanze bestäuben. Die gefährdeten Kuhschellen verwandeln die Rasen schon im zeitigen Frühjahr in ein Blütenmeer. Zu Pfingsten blüht das Federgras, eines unserer auffälligsten Gräser, dessen Blütenstand ihm den Namen „Frauenhaar“ verliehen hat.

 

Trockenrasen und Magerwiesen gehören zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen Österreichs. 

 

Durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU unterliegen sie einem besonderen Schutz und sind Teil des Schutzgebietsystems Natura 2000.

 

Heimische Wildtiere im Raum Pulkautal
 
Das Reh

Ausgewachsene Tiere wiegen bis zu 30 kg. Das 

Sommerfell ist gelblich-rot, das Winterfell graubraun, der Haarwechsel April/Mai und September/Oktober.

Rehe haben am Hinterteil einen weißen Fleck, Spiegel genannt. Frisch geborene Kitze gleichen sich mit einem gefleckten Tarnkleid ganz der Umgebung an. Der Rehbock wirft im Herbst sein Gehörn aus Knochensubstanz ab, das sofort wieder neu zu wachsen beginnt. Im Frühjahr reibt der Bock an kleinen Bäumchen die Nährhaut von seinem fertigen Gehörn, dient auch der Reviermarkierung. Winter: Zusammenschluss des Rehwildes zu Rehfamilien, Auflösung im März.

 

Lebensraum

Lebensraum: Randzonen reich strukturierter Busch- und Mischwälder (Heckenschlüpfer).

Auch offene Feldflur (Feldrehe), in der Nähe von menschlichen Siedlungen, in Stadtparken.

Als Kulturfolger ist das Reh sehr anpassungsfähig.

 
Der Fasan

Größe: etwa wie ein Haushuhn.

Der Fasanen-Hahn und die Fasanen-Henne unterscheiden sich deutlich: Der Hahn ist sehr bunt gefärbt, Kopf und Hals sind dunkelgrün, über den Augen hat er rote Schwellkörper, der Schwanz ist lang und schmal. Er hat Sporen an der Hinterseite der Beine. Die Henne trägt ein schlicht braunes Tarnkleid und einen kürzeren Schwanz. Die Färbung der Männchen variiert stark, da die heute in Österreich vorkommenden Fasane Kreuzungen aus vielen verschiedenen Rassen sind.

 

Lebensraum

Optimal ist eine abwechslungsreiche Landschaft mit Feldern, Wiesen, Hecken, Feldgehölzen, Schilfzonen und Gewässern.

Fasane bevorzugen leichte, sandige Böden zum Scharren nach Magensteinchen und für Staubbäder zur Gefiederpflege.

Sonnige, vegetationsfreie Plätze brauchen sie zum Trocknen und Aufwärmen nach Regengüssen.

   
Der Feldhase

Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind seine langen Ohren mit schwarz-umrandeten Spitzen.

Große bernsteinfarbene Augen, die seitlich am Kopf sitzen, so dass der Hase nach hinten sehen kann, ohne den Kopf zu drehen.

Das Fell ist an der Oberseite erdbraun (Tarnung), an der Bauchseite weiß. Äußerlich unterscheiden sich Häsin und Hase nicht. Gewicht: 4 bis 6 kg.

 

Lebensraum

Der Hase stammt ursprünglich aus der Steppenlandschaft und ist als Kulturfolger ein anpassungsfähiges Tier, das heute in unserer Kulturlandschaft lebt.

Er liebt trockenes, warmes Wetter und ist in Österreich fast flächendeckend verbreitet.

   
Das Rebhuhn

 

Das Rebhuhn ist etwa taubengroß, Kurzstreckenflieger und Laufvogel

Es hat kurze, breite Schwingen und einen kurzen Schwanz. Hahn und Henne sind ähnlich gefärbt: Rücken und Flügeldecken sind graubraun, Kopf und Hals sind rostrot.

Gewicht: 300 bis 450 Gramm

 

Lebensraum

Das Rebhuhn ist das typische Feldhuhn. Es meidet den Wald und verbringt selbst die Nacht in Deckung am Boden in der Feldflur. Es braucht eine strukturreiche Vegetation: nicht zu große Feldschläge, unkrautreiche Feldraine und Wegränder, Altgrasstreifen, Brachen, niedrige Gebüsche und Hecken und trockenwarmes Klima

   
Der Fuchs

Verschiedene Farbvarianten von rotbraun bis schwarz. Sommerbehaarung: kurz und stumpf, Winterfell: dick und glänzend. Fuchsgewicht: Männchen 5 bis 10 kg, Weibchen 4 bis 8 kg.

 

Lebensraum

Der Fuchs lebt im Wald, in landwirtschaftlich genutzten Flächen und in Ödländereien.

Der Fuchs gilt als typischer Kulturfolger, da er sich allen Lebensverhältnisse anzupassen vermag.

   
Der Dachs

Markante schwarz-weiße Färbung am Kopf.

Plumper Körper, kurze, schwarze Beine. Fell: Rücken schmutzigbraun bis silbergrau, Bauch hell. Gewicht: bis zu 25 kg. Eine äußerliche, optische Geschlechtsbestimmung zwischen Bär und Dächsin ist nicht möglich.

 

Lebensraum

Laub- und Mischwälder des Flachlandes und der Mittelgebirge. Dachs gilt als standorttreues Tier. In Gegenden mit Weinanbau wandert er jedoch zur Beerenreife oftmals mehrere Kilometer. Dachsburg: weit verzweigtes Bausystem bis zu 30 m Durchmesser meist an Waldrändern mit umliegenden Feldern und Wiesen. Als Untermieter wird oft der Fuchs aufgenommen.

   
Der Bussard

Der häufigste einheimische Greifvogel.
Fast alle haben ihn schon an Autobahnen und Landstraßen, auf einer Warte sitzend oder fliegend, gesehen. Trotzdem kommt es häufig zu Verwechslungen mit anderen Greifvögeln, weil zB. die Mäusebussarde eine Vielzahl verschiedener Farbschattierungen (von fast weiß bis dunkel-braun) aufweisen und auch die Größe regional unterschiedlich sein kann.

 

Lebensraum
Im Pulkautal ist er das ganze Jahr anzutreffen. Während des Winters sogar in größeren Stückzahlen, weil nordische Vögel häufig hier überwintern. Im Frühjahr, während der Balz, kreisen die Paare oft stundenlang am Himmel.

 

 
Der Falke

 

Die verschiedenen Falkenarten sind auf der ganzen Welt verbreitet. Gewöhnlich findet man sie in Mitteleuropa nur in den den österreichischen Donauwäldern. Seit Ende der 80er Jahre wurden aber auch ein paar Brutpaare im Pulkautal in Niederösterreich beobachtet. 

 

Lebensraum

Falken besiedeln die unterschiedlichsten Lebensräume. Buntfalken können sich an viele verschiedene Lebensräume anpassen: auf Feldern, in Wäldern und von der Wüste bis ins Hochgebirge. Vor allem in Grenzgebieten zwischen Wald und offener Kultur.

   
Die Wiesenweihe

Die Wiesenweihe ist die kleinste in Europa lebende Weihenart. Sie wirkt im Flug überaus schlank und grazil, etwas schlaksig und trotzdem elegant. Sie erinnert dabei eher an eine Möwe oder Seeschwalbe als an einen Greifvogel. Sie ist noch schlanker als die sehr ähnliche Kornweihe.
Das Verbreitungsgebiet der Wiesenweihe ist von Südwesteuropa und Nordwestafrika bis zum Altai. Früher brütete sie in Feuchtwiesen und Flachmooren, heute fast ausschließlich in Feldern mit Wintergerste.

 

Lebensraum
Durch die fortschreitende Zerstörung ihres ursprünglichen Lebensraumes kam es besonders seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts europaweit zu einem starken Bestandsrückgang. Heute gehört diese Greifvogelart zu den nach europäischem Recht besonders geschützten Arten (Anhang I der europäischen Vogelschutzrichtlinie). Sie ist in Österreich vom Aussterben bedroht.

 

 
Der Blutspecht

 

Vor allem das Männchen dieser Spechtart zimmert im Frühjahr in Laub oder Nadelbäumen eine etwa dreißig Zentimeter tiefe Nisthöhle, die oft mehrere Jahre benutzt wird. Das Weibchen legt 5-6 Eier, die es gemeinsam mit dem Männchen 12-13 Tage bebrütete. Die Eltern füttern ihre Jungen direkt aus dem Schnabel. Als Nahrung dienen vorwiegend Insekten und Larven, die mit der langen, klebrigen Zunge aus den Bäumen geholt werden.

 

Lebensraum

Der Blutspecht kommt in ganz Europa mit Ausnahme Irlands und des hohen Nordens vor. Häufigere Sichtungen im Pulkautal seit Mitte der 90 er Jahre.

   
Die Sperbergrasmücke

Die Sperbergrasmücke (Sylvia nisoria) ist unsere größte Grasmückenart. Die Oberseite des Vogels ist aschgrau, die Unterseite grauweiß mit dunkler (namensgebender) Sperberung.

Der Zugvogel überwintert in Afrika (Wegzug meist August/September) und kehrt im Mai in das Brutgebiet zurück.

 

Lebensraum

Die Art bevorzugt offenes, sonniges Gelände mit Dornengebüschen, zum Beispiel Gehölz-, Weg- und Waldränder, ehemalige Weinberge, Altobstanlagen, offengelassene flachgründige Kuppen, Steinbrüche, Tagebaurandgebiete, und kommt oft zusammen mit dem Neuntöter vor.

Im Mai bis Juni brütet die Sperbergrasmücke in Dornengebüschen von Brombeere, Hundsrose, Schlehe, Weißdorn, Himbeere und  anderen Sträuchern.

Die Sperbergrasmücke kommt lückenhaft im wärmebegünstigten Tief- und Hügelland der nördlichen Weinviertels (bevorzugt das Pulkautal) vor. 

 

 
Der Neuntöter

Die hauptsächliche Nahrung des Neuntöters besteht aus größeren Insekten, aber auch Mäuse, Kleinvögel, Frösche, Reptilien, kleinere Insekten, gelegentlich Regenwürmer sowie Früchte werden gefressen. Im Oktober zieht der Neuntöter in sein Winterquartier. Er ist ein Langstreckenzieher und muss zum Erreichen seines Winterquartiers im südlichen Afrika die Sahara überfliegen.
Aufgrund des Lebensraumverlustes gehört der Neuntöter zu den gefährdeten Arten. Die Umwandlung von Grünland in Ackerflächen, die Beseitigung von Hecken und Streuobstbeständen sowie die Intensivierung der Bewirtschaftung mit all ihren negativen Folgen haben die Bestände dieses Heckenbrüters in den letzten Jahrzehnten reduziert.
Der Erhalt und die Neuschaffung offener und extensiv genutzter Landschaften mit Hecken können die Populationen des Neuntöters vor einem weiteren Rückgang bewahren.

 

Lebensraum

Der zu den sogenannten Würgern gehörende Neuntöter besiedelt die offene bis halboffene, vielseitig strukturierte und meist extensiv genutzte Kulturlandschaft. In seinem Lebensraum benötigt er Nistmöglichkeiten, für die Nahrungssuche offenere Jagdflächen mit Sitzwarten. Sträucher mit Dornen und Stacheln werden gerne als solche angenommen, dort werden auch Beutetiere häufig aufgespießt (daher der Name Neuntöter)